 Marc, Hanisch
 SRM Powermeter
 Marc Hanisch
 SRM Software
 Funktionen SRM Training System
 Lance Armstrong mit SRM Training System
 Hanisch am Anstieg
|
Marc Hanisch über das SRM Training System Bike2b-Redaktion am 15.03.2005 - 11:29 Uhr
Marc Hanisch (SRM Power Team) zweifacher Deutscher Meister im Cross
Country nutzt das SRM Training System sowohl im Training als auch im
Wettkampf. Er stand bike2b Rede und Antwort zu den Vorzügen der
Technik.
bike2b: Hallo Marc, kannst Du uns kurz erklären, was das SRM
Training System ist und wie es funktioniert? Was ist der Unterschied
zum Training mit der Herzfrequenzmessung?
Marc Hanisch: SRM steht für Schoberer Radmesstechnik. Uli
Schoberers Ziel war es, eine objektive Messung der Leistung beim
Radfahren zu entwickeln. Vereinfacht gesagt, wird über die Sensorik in
der Kurbel (Powermeter) die Kraft, die auf das Pedal ausgeübt wird,
messbar gemacht. Verlässt man sich beim Training ausschließlich auf den
Puls besteht das Problem, dass das Herz nur sehr langsam auf
Belastungen reagiert. Zum Beispiel: Bei einem Sprint von zehn Sekunden
steigt die Herzfrequenz erst an nachdem der Sprint beendet ist! Da beim
Mountainbiken oft sehr kurze Intervalle gefahren werden, ist hier die
Steuerung über die Herzfrequenz gar nicht möglich! Das SRM System misst
neben der Leistung auch Trittfrequenz, Geschwindigkeit, Herzfrequenz,
Fahrtzeit und Distanz. Zusätzlich können alle Infos sekundengenau über
den PC ausgewertet werden!
bike2b: Bei welchen Gelegenheiten und seit wann nutzt Du SRM?
Marc Hanisch: Ich setzte SRM sowohl im Training als auch bei
Wettkämpfen ein, weil ich die Ergebnisse meiner Leistung so besser
kontollieren und vergleichen kann. Bei der Zypern-Rundfahrt
beispielsweise konnte ich so ganz genau meine diesjährigen Werte mit
denen aus dem Vorjahr vergleichen. Solche Möglichkeiten hat es vor der
Entwicklung von SRM nicht gegeben. Der Vergleich ergab, dass ich bei
der diesjährigen Rundfahrt durchschnittlich 25 Watt mehr getreten habe.
Das sind sieben bis acht Prozent mehr Leistung als im Vorjahr. Im
Profibereich ist das schon eine ganze Menge und der Unterschied wäre
mir ohne SRM nicht bewusst geworden.
bike2b: Inwieweit hat der Einsatz des SRM Systems dein Trainingsverhalten verändert?
Marc Hanisch: Ich mache seitdem mehr Intervalltraining, was
wesentlich effektiver ist. Durch die umfangreichen und genauen
Auswertungen kann ich meine Leistung optimal analysieren - das kann
dann ich im nächsten Training umsetzen.
bike2b: Ist SRM nur eine Art Real-Time-Display oder gibt es auch
besondere Speicherfunktionen? Beschreibe doch mal kurz, was das
Trainings-System in dieser Hinsicht genau kann.
Marc Hanisch: Das Display zeigt nicht nur meine aktuellen Werte
sondern speichert genauso ganze Trainingseinheiten bis maximal 100
Stunden. Neben Herz- und Trittfrequenz, speichert SRM die gefahrenen
Kilometer, die Fahrzeit, meine Leistung und generell alle
Durchschnitts- und Maximalwerte. Das bringt mir Transparenz über meine
Trainings- und Rennerfolge. Somit kann ich alles viel objektiver
bewerten. Meiner Ansicht nach ist SRM das Optimum für Radsportler, egal
ob auf dem Mountainbike oder auf der Straße. Das Messsystem ist aber
nicht nur für die Profis sinnvoll, sondern auch für Hobbybiker. Dafür
hat SRM sogar eine gesonderte Version entwickelt, die nicht ganz so
teuer ist.
bike2b: Wo Du gerade die verschiedenen SRM Systeme ansprichst, hat es Neuerungen im Mountainbike-Bereich gegeben?
Marc Hanisch:Das Neuste beim Mountainbike SRM System ist die MTB
Zweifach-Kurbel. Diese wiegt nur unwesentlich mehr als eine normale
XT-Kurbel. Der Vorteil liegt darin, dass genau auf das Gelände
abgestimmte Übersetzungen gefahren werden können, ohne ein zusätzliches
drittes Kettenblatt zu montieren. Auf dem großen Blatt können bis
maximal 53 Zähne gefahren werden, auf dem kleinen ist das Minimum 28
Zähne – das reicht für jedes Gelände und ist perfekt für jeden Weltcup!
bike2b: Marc, wir danken Dir für die Informationen.
|