Bericht von Markus Klausmann:
Hallo zusammen,
die letzten vier Wochen bin ich beinahe quer durch Europa gefahren und jedes Wochenende stand ein wichtiges Race-Event auf dem Programm.
Zunächst ging es Richtung Westen nach Andorra. Kurz vor dem Ziel in den Pyrenäen hat dann das Wohnmobil den Geist aufgegeben. Wie es sich später herausstellte, war die fordere rechte Gelenkwelle defekt. Bis wir das Wohnmobil in der Werkstatt hatten, die Ersatzteile bestellt waren und ein Leihfahrzeug organisiert war ging gleich mal ein Tag drauf – der eigentlich fürs Training eingeplant war. Entsprechend aufgekratzt ging ich dann in die Quali beim Weltcup, die natürlich nicht berauschend lief. Ebenso wenig das Rennen am nächsten Tag Platz 47.
Danach ging die Reise gleich weiter nach Fort William zum Weltcup. Nach der langen Fahrt hatte ich hier zumindest einen Tag Zeit zum entspannen. Das Training lief gut und die Quali war mit dem 32. Platz auch ganz ok. Beim Rennen ist mir dann kurz vor dem Ziel die Kette aus der Führung gesprungen und ich hab mich ordentlich lang gelegt. Tja, das war’s dann mit dem zweiten vergeigten Weltcup.
Nächste Station war das Wheels of Speed in Willingen. Das Fahrerfeld war richtig gut besetzt. Mit den gigantischen Sprüngen hat es die Strecke ordentlich in sich. Die Erinnerung an meinen gebrochenen Halswirbel sitzt immer noch fest und deswegen gehe ich dort auch immer mit einer gehörigen Portion Respekt an den Start. Da die Strecke relativ kurz ist kann man sich aber auch keinen Patzer leisten. Einmal aus dem Rhythmus oder gestrauchelt und man findet sich auf der Ergebnisliste irgendwo unter „ferner liefen…“. Beim Start bin ich ganz gut weg gekommen. Aber im Mittelteil bin ich dann eine Sekunde von der Strecke abgekommen und es hat nur noch für Platz 11 gereicht.
Die nächste Station war dann die WM in Val die Sole. Anfangs der Woche hat es nur geschüttet und es war die reinste Schlammschlacht. So oft gestürzt war ich schon lange nicht mehr und mir tut heute noch alles weh. Beim Training ist jeder, aber auch wirklich jeder mehrmals täglich im Schlamm gelandet. Die Strecke hat dann zum Rennen noch ganz gut abgetrocknet. Das Profil ist steil, ruppig und sehr technisch – genau mein Ding eigentlich. Die Motivation war da und ich versprach mir auch einen Platz unter den Top Twenty. Die technischen Passagen liefen dann auch richtig gut. Aber ich kam trotzdem nicht so richtig in den Tritt und der Rhythmus hat gefehlt. Dadurch bin ich mit viel Krafteinsatz gefahren, der mich viele Körner gekostet hat. Quali und Rennergebnis waren beides Mal Platz 19. Damit bin ich zufrieden und es zeigt, dass es jetzt wieder aufwärts geht.
Da beim Rennen immer viele Faktoren eine Rolle spielen, wäre bei der WM sicher auch noch mehr drin gewesen. Die Strecke veränderte sich von Stunde zu Stunde so hatte z.B. die deutsche Mannschaft bis zum Start keine Info über den aktuellen Zustand der Strecke; ob wirklich schon alles abgetrocknet war, oder ob es noch wie bei der Quali ein paar rutschige Stellen gab. Bei anderen Mannschaften waren zig Leute vom Verband an der Strecke und haben jede Kleinigkeit durchgegeben. So etwas führt sicher nicht allein zum Sieg – aber es kann wertvolle Zehntelsekunden liefern für eine Attacke an der richtigen Stelle.
Die nächsten vier Tage gehe ich jetzt erst mal noch ruhiger an. Danach geht es dann nach Thale zum iXS Cup.
Wir sehen uns!
Bis bald
Euer Marcus |