 Nordic Walking
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Spezial "Richtig Nordic Walken": Tipps zur Ausrüstung
Willkommen zum zweiten Teil des Spezials "Richtig Nordic Walken". In
dieser Folge dreht sich alles rund um die Ausrüstung für den
Ausdauertrend des Sommers.
Das Angebot ist vielfältig
Die Ausrüstung eines Nordic Walkers sollte mindestens aus Lauf- oder
Walkschuhen, Nordic Walking Stöcken und der richtigen Kleidung
bestehen. Wer regelmäßig nordisch gehen und seinen Trainingsfortschritt
kontrollieren möchten, wird sich über kurz oder lang außerdem für ein
Pulsmessgerät interessieren, mit dem eine fein dosierte
Trainingssteuerung erreicht werden kann.
Augen auf beim Schuhkauf
Die Schuhe sind das wichtigste Equipment eines sich gehend oder laufend
fortbewegenden Menschen. Der Schuh stellt die Verbindung zum Untergrund
her, muss den auftretenden Kräften widerstehen und darf keine
Druckstellen am Fuß verursachen. Es gibt mehrere Parameter, die man
beim Schuhkauf beachten sollte:
- Körpergewicht
- Fußstellung
- Achsstellung
- Ganglinie
- Laufstil
- Verwendungszweck
- bevorzugter Laufuntergrund
- Laufumfang
Wenn man zum Schuhkauf in ein Geschäft geht, sollte man zunächst
einmal - falls vorhanden - seine alten Lauf- oder Sportschuhe
mitnehmen. Für den Verkäufer sind die Form des Schuhs, Abreibungen an
der Sohle und eventuelle Belastungsbesonderheiten sehr aufschlussreich
im Hinblick auf die Wahl eines neuen Schuhs. Beispielsweise lassen sich
aus einer innen abgeriebenen Laufsohle Rückschlüsse auf ein bestimmtes
Abrollverhalten des Fußes ziehen.
Körpergewicht
Das Körpergewicht des Nordic Walkers ist beim Schuhkauf der erste zu
beachtende Punkt. Ein Sportler, der mehr Gewicht auf die Waage bringt,
wird in der Regel auch einen stabileren Schuh benötigen, da dieser
höhere Belastungen kompensieren muss. Eine einseitige Auswahl nach
Gewicht ist aber nicht ratsam, da Fußstellung, Abrollverhalten und
Laufgeschwindigkeit mit in die Bewertung eingehen sollten.
Fußstellung/Fußform
Als nächstes sollte man beim Schuhkauf auf die Fußform eingehen.
Unterschieden werden Normalfuß, Hohlfuß, Senkfuß und
Knick-Senkfuß/Plattfuß. Je nach Form ist eine Verstärkung der
Stabilisation, der Dämpfung oder der Pronationsstütze erforderlich.
Auch hier ist eine fachkundige Beratung unabdingbar, denn die Form des
Fußes bestimmt maßgeblich die Struktur des Schuhs.
Achsstellung und Ganglinie
Das Abrollverhalten des Fußes wird zusätzlich von der Beinstellung und
der Ganglinie beeinflusst. Ein Mensch mit X-Beinen neigt zu einem
Schritt, der über die Innenseite des Fußes abrollt, eine o-beinige
Person wird eher über den Außenfuß abrollen und auch die Tendenz zum
Umknicken haben, der die Struktur des Schuhs vorbeugen kann. Als Test
zur Erkennung der Achsstellung kann man eine Kniebeuge machen und die
Tendenz der Knie beobachten: geht das Knie nach außen, hat man O-Beine.
Mit "Ganglinie" wird die Stellung des Fußes beim Aufsetzen beschrieben.
Setzt der Fuß nach außen rotiert auf, ist die Gefahr der zu weiten
Drehung nach außen (Überpronation) höher als bei einem nach innen
rotierten Schritt.
Weicht der Gehstil von den als normal bezeichneten Mittelstellungen
stark ab, ist ein Schuh mit stabilisierenden Elementen schon als
Verletzungsprophylaxe sehr zu empfehlen.
Verwendungszweck, Laufuntergrund, Laufumfang Es ist
offensichtlich, dass man sich als Freizeit- oder Breitensportler keinen
in allen Belangen perfekten, kostspieligen Wettkampfschuh zulegen muss.
Da das Nordic Walking den Schuh, und damit auch die Füße, nicht so
stark belastet wie das Joggen, muss kein 200-Euro-Schuh gekauft werden,
um die Sportart ohne Probleme ausführen zu können. Trotzdem sollte
Dämpfung, Stabilität und Abnutzungsresistenz dem Laufuntergrund und dem
Laufumfang angepasst werden.
Tipp: Überlegen Sie sich bereits vor dem Kauf, wie oft Sie ungefähr
walken wollen und ob Sie in erster Linie auf Schotter und Asphalt oder
durch Wald und Wiesen gehen wollen, damit der Verkäufer sie optimal
beraten kann.
Beim Kauf Sie stehen im Laden, haben einen Schuh an und
wollen nun wissen, ob dieser der Richtige ist? Dann sollten Sie den
Schuh mindestens ein paar Minuten anbehalten und möglichst lange damit
gehen und laufen. Besonders praktisch ist eine Laufbandanalyse, weil
hier das Abrollverhalten genau beobachtet werden kann und das Modell
gegebenenfalls problemlos zu wechseln ist.
Natürlich sollte der Schuh nirgendwo drücken, der Knöchel nicht auf dem
Schuhrand aufliegen und der Fuß sich nicht mehr als einen Daumen breit
nach vorn und nach hinten bewegen können. Kurz gesagt: Man muss sich in
seinem Walking-Schuh wohlfühlen!
Beachte: Die Füße schwellen im Laufe des Tages an, vor allem in der
Breite, also am Besten erst nachmittags zum Schuhkauf aufbrechen!
Das Preis-Leistungs-Verhältnis in der Preiskategorie 80 bis 120 Euro
entspricht wohl am ehesten dem Optimum, viel mehr sollten Sie als
Freizeitsportler nicht investieren.
Wenn Sie den richtigen Schuh gefunden haben, ist der erste Schritt zur Nordic Walking-Ausrüstung getan!
Die richtige Nordic Walking-Kleidung
Das Thema der richtigen Sportkleidung wird in diesem Rahmen nur kurz angesprochen.
Die Socken sollten für das Walken aus Naturfaser sein, also aus
Baumwolle, da sie im Gegensatz zu synthetischen Fasern saugfähig und
atmungsaktiv sind. Zudem ist darauf zu achten, dass sich keine Nähte an
Reibungsstellen befinden und insgesamt die Reibung minimiert wird.
Ist das Wetter warm genug, um eine Shorts zu tragen, dann sollten Sie
eine Hose wählen, die aus Kunststoffmaterialien gefertigt ist, da diese
leichter, haltbarer und hygienischer sind. Wichtig ist auch, dass die
Hose nicht zu eng geschnitten ist und so den Schritt nicht behindert;
auch ein zu enges Gummiband um die Taille wirkt störend und hemmt das
ungestörte Nordic Walking-Vergnügen. Praktisch hingegen sind kleine
Taschen, in denen man Taschentücher und andere Utensilien verstauen
kann.
Auch lange Hosen und sogenannte 'Tights', weiterentwickelte Leggins,
sind aus einem extrem leichten und elastischen Kunststoffmaterial, das
die volle Bewegungsfreiheit des Sportlers gewährleitet. Ein weiterer
Vorteil ist, dass sie sich nicht mit Wasser vollsaugen, im Gegenteil,
bei sehr lästigem Regen bildet sich eine dünne, isolierende
Feuchtigkeitsschicht auf der Haut, die den Wärmeverlust und die
Verletzungsgefahr vermindert.
Noch ein Satz zur Bekleidung für den Oberkörper: Tragen Sie lieber
mehrere Kleidungsstücke übereinander als eine dicke Jacke! Die Haut ist
ein Atmungsorgan und kann leichter atmen, wenn mehrere Schichten
getragen werden, da bei einer dicken, gefütterten Jacke die Körperwärme
nicht nach außen dringen kann und man somit fast 'erstickt'.
Regencapes und -jacken, die es in vielfältiger Ausführung gibt,
ermöglichen es Ihnen, bei jedem Wetter zu walken, egal ob es regnet
oder stürmt. Am besten geeignet sind atmungsaktive Materialien: Sie
sind wasserundurchlässig, können aber den kühlenden Schweiß als Dampf
nach außen abgeben.
Nordic Walking Stöcke
Kommen wir zum wichtigsten Equipment des Nordic Walkers: den Stöcken!
Nordic Walking-Stöcke sind meist aus Aluminium, Glasfiber oder Carbon
gefertigt, häufig auch aus einem Mix dieser Materialien. Drei Dinge
sollten beim Stockkauf beachte werden:
- Das Material
- Die Länge
- Das Schlaufensystem
Material Zum Material ist zu sagen, dass bei geringen
Stockgrößen Aluminium-Stöcke ausreichen, da sie nicht so stabil sein
und nicht sehr viel Kraft aufnehmen müssen. Bei größeren Walkern oder
Übergewichtigen sind eher Stöcke mit Carbonanteil zu empfehlen, da
diese den höheren Kräften und größeren Belastungen besser gewachsen
sind.
Länge
Nordic Walking-Stöcke werden vom Handel in Längen mit 5cm-Schritten
angeboten (100cm, 105cm, 110cm, ...). Für die Berechnung der optimalen
Stocklänge gibt es eine Faustformel: Körpergröße multipliziert mit dem
faktor 0,68.
Das Ergebnis sollte ggf. abgerundet werden, schon hat man im
Normalfall die benötigte Stocklänge. Ein Beispiel: Mit einer
Körpergröße von 180cm braucht man nach Adam Riese (180cm x 0,68 =
122,4cm; abgerundet=120cm) einen Stock mit der Länge von 120cm.
Jedoch handelt es sich bei dieser Rechnung um einen Durchschnitt. Da
Extremitäten von Personen unterschiedliche Längen haben, kommt eine
Berechnung nicht zwangsläufig zur richtigen Länge. Ein Tipp: Bei
seitlich aufgestelltem Stock sollte der Winkel zwischen Unterarm und
Oberarm maximal 90 Grad betragen.
Das Schlaufensystem
Beim Stockkauf verdient das Schlaufensystem besondere Beachtung. Damit
der Stock nicht die ganze Zeit fest umklammert werden muss und so
ungewollt eine Überbelastung der Handmuskulatur forciert wird, haben
die Hersteller spezielle Schlaufen entwickelt, die die Stöcke beim
Vorschwingen nahezu von allein wieder in die richtige Position bringen
sollen. Ein weiteres Kriterium bei der Auswahl des Schlaufensystems ist
die Geschwindigkeit, mit der man in die Schlauf herein- und wieder
herauskommt: Ob beim Aufwärmtraining mit dem Stock, dem Griff zur
Trinkflasche oder einfach nur zum Naseputzen – umständliches
Herumnesteln an der Stockschlaufe wird schnell lästig. Hersteller wie
Leki, Exel oder Swix haben hier verschiedene Raster-, Klett- und
Clipsysteme entwickelt. Auch hier gilt: Auf jeden Fall verschiedene
Schlaufen ausprobieren, um die für Sie passende zu finden.
Teleskopstöcke
Vario-Längen-Stöcke mit stufenlos verstellbarer Länge haben Vor- und
Nachteile, über die man sich vor dem Kauf Gedanken machen sollte.
Geeignet sind sie vor allem dann, wenn die Stöcke von mehreren Personen
genutzt werden und häufig bergauf und bergab oder in verschiedenen
Geschwindigkeiten gegangen wird. Jedoch haben diese Teleskopstöcke
nicht die Stabilität und Festigkeit von konventionellen Stöcken, sie
sind also für Übergewichtige und große Menschen eher weniger
interessant.
Nach der Auswahl des passenden Stockes sollte man sich noch sogenannte
Asphalt-Pads zulegen, die unten an die Stöcke gesteckt werden und Stöße
absorbieren.
Preise
Die Preise für annehmbare Nordic Walking-Stöcke für Anfänger bewegen
sich im Preissegment von 50 Euro bis 80 Euro, wenn man häufig gehen
will und höchste Ansprüche an Materialbelastbarkeit und Qualität legt,
darf man sich auch von höheren Preisen nicht abschrecken lassen.
Trainingszubehör für Nordic Walking Anfänger
Wenn man auch als Anfänger gleich richtig einsteigen und Nordic Walking
zur körperlichen Ertüchtigung, zum Abnehmen oder als Ganzkörpertraining
betreiben will, kann auch die Anschaffung eines Pulsmessgerätes
sinnvoll sein. Will man einen bestimmten Trainingseffekt erzielen, ist
es gut, mit einer Pulsfrequenz zu gehen, die Anpassungserscheinungen
der Körperorgane hervorruft und zum Fettabbau geeignet ist. Mehr zu
diesem Thema können Sie in der siebten Folge unseres Specials lesen,
die sich mit Trainingsplanung für Nordic Walking-Anfänger beschäftigt.
Jetzt kann es richtig losgehen. Eine passende Ausrüstung ist
beschrieben, die Motivation stimmt und die Vorfreude auf die erste
Nordic Walking-Tour steigt. Wir wünschen Ihnen viel Spaß dabei.
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